24.11.2025

DPI im Austausch mit EU-Institutionen und Unterstützung der Extremismusprävention

Gebäude der EU-Kommission in Brüssel
Bild: DPI

Eine Delegation der Dokumentationsstelle Politischer Islam (DPI) besuchte Ende September Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments in Brüssel. Im Mittelpunkt der Gespräche in den Institutionen der Europäischen Union (EU) standen die nähere Vorstellung der Tätigkeiten der DPI und der Austausch über transnationale Strukturen von religiös motiviertem politischem Extremismus. Der Delegation gehörten unter anderem Direktorin Lisa Fellhofer und der stellvertretende Direktor Ferdinand Haberl an. Im Rahmen des Austauschs betonte die DPI die Notwendigkeit einer verstärkten europäischen Zusammenarbeit im Bereich der Extremismusprävention sowie des Wissensaustauschs zwischen den Mitgliedstaaten. 

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der Anstieg antisemitischer Vorfälle in Europa seit dem Terrorangriff der islamistischen Hamas am 7. Oktober 2023. In diesem Zusammenhang traf die DPI-Delegation auch mit der Antisemitismusbeauftragten der Europäischen Kommission, Katharina von Schnurbein, zusammen. Im Austausch wurde unter anderem um die zunehmende Gefährdung der jüdischen Gemeinschaften in Europa und die Bedeutung von Präventionsarbeit besprochen. Der Besuch unterstrich die Notwendigkeit eines europäischen Ansatzes zur Bekämpfung extremistischer Ideologien sowie zur Stärkung demokratischer und pluralistischer Werte.

Prävention von Extremismus im Integrationskontext

Im November 2025 fand die 30. Sitzung des Integrationsbeirats statt, der zur kompetenzübergreifenden Vernetzung eingerichtet wurde. In diesem gesetzlich festgeschriebenen Gremium tauschen sich Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern, Städten, Gemeinden und Sozialpartnern aus. Ein Schwerpunkt der Sitzung lag auf der Prävention von Radikalisierung und Extremismus in den sozialen Medien. Darüber hinaus wurden Einblicke und Hintergründe zur deutschsprachigen islamistischen Influencer-Szene geboten. Der DPI-Wissenschaftskoordinator Alexander Weissenburger informierte das Gremium über zentrale Trends und Beobachtungen zu Radikalisierungsprozessen in den sozialen Medien. Unter anderem präsentierte auch Tuğrul Kurt (Universität Wien) das Präventionsprojekt „Hey Imam“, das praxisnahe Ansätze zur frühzeitigen Erkennung und Vermeidung von Radikalisierung entwickelt. 

Online-Seminar zum Schwerpunkt Politischer Islam

Im Zuge einer Veranstaltungsreihe des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) im November referierte der stellvertretende DPI-Direktor Ferdinand Haberl. In diesem Online-Seminar mit dem Titel „Politischer Islam: Extremismus im Spannungsfeld globaler Konflikte und lokaler Auswirkungen“ beleuchtete er unter anderem die ideologischen Grundlagen sowie die zentralen islamistischen Akteure und ihre Entwicklung. Der Fokus lag auf den digitalen Räumen und den in Europa verbreiteten islamistischen Narrativen. Zudem wurden transnationale Verflechtungen und Bündnisse verschiedener Kräfte im Politischen Islam thematisiert. In diesem Zusammenhang wurden praxisnahe Beispiele mit Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus verschiedenen Bereichen erörtert.

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