Im Mai und Juni 2025 war die Dokumentationsstelle Politischer Islam (DPI) bei einer Reihe von Terminen. Eine Veranstaltung zum Thema "Extremismus in Europa – Antisemitismus und politischer Islam als Nährboden für den Terror der Zukunft" fand am 15. Mai 2025 im österreichischen Parlament statt. Sie wurde vom Campus Tivoli in Kooperation mit dem ÖVP-Parlamentsklub und dem Simon-Wiesenthal-Center organisiert. Die Keynote hielt der österreichische EU-Kommissar Magnus Brunner. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion beteiligte sich die Dokumentationsstelle mit ihrer Direktorin Lisa Fellhofer. Der Schwerpunkt lag dabei auf Strategien zur Prävention von Radikalisierung und zur Bekämpfung extremistischer Narrative. An der Diskussionsrunde nahmen außerdem Andreas Jacobs (Konrad-Adenauer-Stiftung), Michal Cotler-Wunsh (Sonderbeauftragte Israels zur Bekämpfung des Antisemitismus) und Nicolas Stockhammer (Donau-Universität Krems) teil. DPI-Direktorin Fellhofer thematisierte die wachsende Anfälligkeit junger Menschen für radikale Ideologien und sprach sich für eine klare Haltung gegenüber antisemitischen Tendenzen aus – unabhängig von deren religiösem oder ideologischen Hintergrund.
Am 20. Mai hielten Fachleute der Dokumentationsstelle Vorträge an der Universität Graz. In den beiden Gastvorträgen, die durch das Austrian Center for Intelligence, Propaganda and Security Studies (ACIPSS) und den Verein Sicher Leben organisiert wurden, stand das Thema „Online Dschihadismus – Theologische und ideologische Hintergründe von islamistischen Influencern“ im Fokus. DPI-Jurist Imet Mehmedi erklärte unter anderem, wie selbsternannte Prediger islamische Begriffe ideologisch umdeuten und wo die Unterschiede zwischen seriöser religiöser Lehre und ideologischer Propaganda liegen. DPI-Referentin Amrei Martschinke beleuchtete, wie islamistische Akteure soziale Medien nutzen, um politische Ideologien zu verbreiten, die sich gegen Demokratie, Gleichberechtigung und Pluralismus richten.
In den letzten Monaten nahm die DPI an Sitzungen des EU Knowledge Hub in Brüssel, Lyon und Aalborg teil. In einem Panel hat sie auch die Co-Leitung inne. Beim Town-Hall-Meeting in der EU-Hauptstadt zum Thema „Preventing and Countering Terrorism and Violent Extremism – Challenges and Joint Responses Towards a New EU Agenda“ war die DPI durch den stellvertretenden Direktor Ferdinand Haberl (Panel-Co-Lead) vertreten. Bei anderen Terminen war Alexander Weissenburger, Senior Researcher bei der DPI, als Panel-Mitglied dabei. Ziel der Initiative ist der europäische Wissensaustausch zur Extremismusforschung, die Erarbeitung von Handlungsempfehlungen für die Europäische Kommission sowie die Analyse aktueller Herausforderungen, wie die zunehmende Radikalisierung im Online-Bereich und unter Minderjährigen oder religiös-extremistische Aspekte hybrider Konflikte.