07.09.2026

DPI zu aktuellen Herausforderungen im Gespräch bei Kurier, Standard und Profil

Im Zuge der öffentlichen Debatte über den Politischen Islam äußerten sich die DPI-Direktorin Lisa Fellhofer und der stellvertrende DPI-Direktor Ferdinand Haberl gegenüber den Medien Kurier, Standard und Profil zu den dahingehenden Herausforderungen und Trends. 

Kurier-Interview zu Methoden und Zielen islamistischer Influencer

Immer häufiger lassen sich islamistische Influencer passen ihre Inhalte an die Lebensrealitäten ihrer Zielgruppe an. Beispielsweise wird der Fokus bei männlichen Jugendlichen auf Fitness und Männlichkeitsbilder gesetzt, während bei jungen Frauen der Schwerpunkt auf Inhalten liegt, die etwa gesellschaftlichen Druck aufgreifen. Besonders erfolgreich sind dabei Influencer, die eher unterschwellig arbeiten und ernste Themen sowie reale Diskriminierungserfahrungen mit Unterhaltung verbinden, um so ein islamistisches Gegenmodell zu anzubieten. Das Ziel von islamistischen Influencern ist es, ihre eigene Ideologie zu verbreiten um somit eine möglichst große Anhängerschaft aufzubauen und dadurch eine gesellschaftliche und religiöse Deutungshoheit zu erlangen. 

Kurier, 08.09.2026: Influencer der Islamisten in Österreich: Wie Extremisten den Staat untergraben

Standard-Gastkommentar zum möglichen Verbot des Politischen Islam: Freiheit verteidigt sich nicht von selbst

In dem Gastkommentar widmet sich der stellvertretende DPI-Direktor Haberl der Frage, ob sich ein Verbot des politischen Islam mit liberalen Grundsätzen vereinbaren lässt. Er verweist dabei auf den Philosophen John Stuart Mill, der eine Begrenzung der individuellen Freiheit dort für sinnvoll erachtet wo das Handeln die Freiheit von anderen beeinträchtigt. 

Von hier aus begründet Haberl die Debatte über ein Verbot des politischen Islam. Haberl betont dabei in seinem Gastkommentar, dass der liberale Staat nicht auf den individuellen Glauben, sondern auf das Verhalten reagiere. Der Staat dürfe dabei nicht eine rechtstreue Glaubenspraxis kriminalisieren, aber auch nicht durch Untätigkeit islamistische Akteure einfach agieren lassen. 

Der Standard, 06.09.2026: Verbot des politischen Islam: Freiheit verteidigt sich nicht von selbst

Profil-Interview: Zunehmende Radikalisierung und ihre Ursachen

Laut dem stellvertretenden DPI-Direktor Haberl versuchen Bewegungen zunehmend, junge Menschen in Parallelgesellschaften zu überführen und sie von demokratischer Teilhabe abzubringen. Befeuert wird diese Entwicklung durch eine wechselseitige Radikalisierung mit dem Rechtsextremismus, einer real existierenden Muslimfeindlichkeit sowie durch internationale Konflikte wie beispielsweise den im Nahen Osten seit dem 7. Oktober 2023 in Israel. Im Bereich der Radikalisierung nehmen vor allem soziale Medien eine bedeutende Rolle ein, da junge Menschen bei der Suche nach religiösen Inhalten schnell auf radikale Prediger stoßen. Organisationen wie die Muslimbruderschaft verfolgen laut Haberl dabei das Ziel demokratisch-pluralistische Strukturen durch eine eigene Gesellschaftsvorstellung zu ersetzen. 

Abschließend warnt Haberl davor, Deradikalisierung als eine alleinig wirkende Maßnahme zu betrachten. Radikalisierte Menschen hätten oft ihre gesamte Identität auf einem stark gefestigten ideologischen Weltbild aufgebaut, welches sich nicht alleine durch Schulungen auflösen lasse. Daher sei es von Bedeutung, neben der Deradikalisierung ebenso den Fokus auf Prävention, die Arbeit von Sicherheitsbehörden und wissenschaftliche Forschung zu richten. 

Profil, 04.09.2026:Verbot des politischen Islam: „Religion wird für diesen Zweck missbraucht“

 

 

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