10.12.2025

Politischer Islam im Fokus der neuen ZUKUNFT-Ausgabe

Cover der November-Ausgabe des Magazins ZUKUNFT
Cover der November-Ausgabe des Magazins ZUKUNFT

Die Redaktion des Magazins ZUKUNFT widmete in Kooperation mit der Dokumentationsstelle Politischer Islam (DPI) und Terre des Femmes Österreich die November-Ausgabe dem Thema „Politischer Islam”. In den Beiträgen von Expertinnen und Experten wird aufgezeigt, dass religiöser Extremismus auf vielfältigen Ebenen eine erhebliche Herausforderung für die liberale Demokratie darstellt. Die gemeinsamen Herausgebenden der November-Ausgabe des Magazins waren Alessandro Barberi, Viktoria Kriehebauer, Marlies Ettl und DPI-Direktorin Lisa Fellhofer. Die Leiterin der Dokumentationsstelle veröffentlichte zudem einen Beitrag mit dem Titel „Religiöser Extremismus als Herausforderung für den liberalen Westen“. 

In ihrer Analyse zeigt sie Ursachen, ideologische Strukturen sowie gesellschaftliche Folgen auf. Unter anderem geht es um die Definition des Politischen Islams, der auch als legalistischer Islam oder Islamismus bezeichnet wird. Trotz unterschiedlicher Strukturen und Traditionen weisen islamistische Bewegungen gemeinsame Muster auf. Dazu gehört die Einteilung der Welt in „Gläubige“ und „Ungläubige“, die Ablehnung der Trennung von Religion und Staat sowie die Zurückweisung zentraler Elemente liberaler Rechtsstaatlichkeit.

Ideologien als Herausforderung für die Verfassung

Am Beispiel der Muslimbruderschaft und der Milli-Görüş-Bewegung wird deutlich, wie Konzepte entwickelt werden, die den Islam als umfassendes System für alle Lebensbereiche verstehen. Dabei geraten individuelle Selbstbestimmung und grundrechtliche Freiheiten mit religiös begründeten Ordnungsvorstellungen in Konflikt. Die DPI-Direktorin betonte in ihrem Beitrag, dass solche Ideologien nicht nur demokratische Verfassungsordnungen herausfordern, sondern auch innerislamische Vielfalt und muslimische Gemeinschaften selbst unter Druck setzen können. Durch den Anspruch auf religiöse Deutungshoheit und die Forderung nach Sonderrechten entstehen gesellschaftliche Spannungen und es bilden sich Parallelstrukturen heraus.

Der Umgang mit religiös motiviertem Extremismus erfordert eine gesamtgesellschaftliche Anstrengung, die über strafrechtliche Maßnahmen hinausgeht und darauf abzielt, Grund- und Menschenrechte für alle zu sichern. Weitere Beiträge der Ausgabe stammen von Abdel-Hakim Ourghi, Necla Kelek, Andrea Romstorfer, Nina Scholz, Marlies Ettl, Armin Pfahl-Traughber, Hans-Jürgen Tempelmayr-Patay, Ruşen Timur Aksak und Susanne Wiesinger. 

Nähere Infos zur November-Ausgabe 2025 der Diskussionszeitschrift ZUKUNFT

Artikel von Lisa Fellhofer in der November-Ausgabe des Magazins ZUKUNFT
Artikel von Lisa Fellhofer in der November-Ausgabe des Magazins ZUKUNFT

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