Über uns

Österreichischer Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationsstelle Politischer Islam).

Der Österreichische Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationsstelle Politischer Islam) ist ein Fonds im Sinne des Stiftungs- und Fondsgesetz 2015. Die Aufgabe der Stelle ist die wissenschaftliche Erforschung des Phänomens des Politischen Islams, assoziierter Netzwerke und Strukturen. Die Stelle beobachtet Ursachen und Trends, um den Pluralismus, das Demokratiebewusstsein und die Religionsfreit in allen Teilen der österreichischen Bevölkerung anhand von Forschungsergebnissen zu stärken und zu fördern. In dieser Funktion ist die Stelle präventiv tätig und soll somit die Bewusstseinsschärfung für verschiedenen Mechanismen und Methoden des Politischen Islam und dessen Gefahren für den Rechtsstaat, dessen Institutionen, Grundrechte und Demokratie, vertiefen. Dementsprechend forscht, berät und informiert die Dokumentationsstelle zum Phänomen des Politischen Islam. Der Fonds wird geleitet von Direktorin Mag. Lisa Fellhofer und stv. Direktor Dr. Ferdinand Haberl, die Arbeit der Dokumentationsstelle wird von einem wissenschaftlichen Beirat beratend begleitet. 

Definition “Politischer Islam”

„Der politische Islam ist eine Herrschaftsideologie, die die Umgestaltung bzw. Beeinflussung von Gesellschaft, Kultur, Staat oder Politik anhand von solchen Werten und Normen anstrebt, die von deren Verfechtern als islamisch angesehen werden, die aber im Widerspruch zu den Grundsätzen des demokratischen Rechtsstaates und den Menschenrechten stehen.“

Sicherung der wissenschaftlichen Qualität

Im Sinne seines wissenschaftlichen Charakters, verpflichtet sich der Österreichische Fonds zur Dokumentation von religiös motiviertem politischen Extremismus (Dokumentationsstelle Politischer Islam) zur Einhaltung der allgemein anerkannten Standards guter wissenschaftlicher Praxis. Das Befolgen dieser Standards wird auch durch den unabhängigen wissenschaftlichen Beirat der Stelle sichergestellt und soll eine sachlich orientierte Forschungs- und Dokumentationsarbeit des Fonds gewährleisten. Zu diesen wissenschaftlichen Standards zählen insbesondere:

  • Sämtliche Forschungsergebnisse haben auf ergebnisoffener, umfassender, kritischer und objektiver Analyse unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes sowie der fachspezifischen methodischen und theoretischen Grundlagen zu basieren.
  • Sämtliche Forschungsergebnisse beruhen auf legal und nachvollziehbar akquirierten Primärdaten.
  • Primärdaten haben für einen Zeitraum von mindestens 10 Jahren gesichert aufbewahrt zu werden.
  • Besonderes Augenmerk ist auf den verantwortungsvollen Umgang mit Forschungsergebnissen und Daten, insbesondere auch in Hinblick auf den Umgang mit sensiblen Informationen im Sinne der DSGVO zu legen.

Die diesen Standards entsprechenden Forschungs- und Dokumentationsergebnisse werden entsprechend der Gemeinnützigkeit des Fonds der Öffentlichkeit, Entscheidungsträgern, der Wissenschaft und den Medien frei zugänglich zur Verfügung gestellt.

Wissenschaftlicher Beirat

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide ist Professor für islamische Religionspädagogik am Centrum für Religiöse Studien (CRS), Leiter des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster und Gründungsmitglied des Muslimischen Forums Deutschland. Er hat mehrere Bücher veröffentlicht und ist Herausgeber eines seit 2018 erscheinenden historisch-kritischen Koran-Kommentars. Prof. Khorchide ist Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der Dokumentationsstelle Politischer Islam.

Seit September 2018 Professur für Alevitisch-theologische Studien am Institut für Islamisch-theologische Studien der Universität Wien, davor u.a. 2014-2017 stellvertretende Direktorin der Akademie der Weltreligionen, 2015/16 bis 2018 Leitung des BA-Teilstudiengangs “Alevitische Religion” im Lehramt Primar- und Sekundarstufe I und Entwicklung des anschließenden MA-Teilstudiengangs Alevitische Religion.

Inhaber des Büros für Gesellschaft I Organisation I Entwicklung [think.difference] in Wien, begleitet staatliche und nichtstaatliche Organisationen auf der Bundes-, Landes- und Gemeindeebene. Darüber hinaus ist er Mitglied des unabhängigen Expertenrates der österreichischen Bundesregierung und war Vorsitzender des expert_forums Prävention, Deradikalisierung & Demokratiekultur der Stadt Wien und begleitet in diesem Zusammenhang ein umfassendes Präventionsprogramm an Wiener Schulen.

Mag. Heiko Heinisch ist Historiker und Autor, er arbeitete u.a. für das Ludwig-Boltzmann Institut für historische Sozialwissenschaft sowie am Institut für Islamische Studien in Wien. Forschung, Vorträge und Bücher zu christlicher Judenfeindschaft, nationalsozialistischer Außenpolitik und Judenvernichtung. Widmet sich seit einigen Jahren den Problemen, vor die Europa durch die Einwanderung konservativer Bevölkerungsschichten aus mehrheitlich islamischen Ländern gestellt wird und ist u.a. Mitglied des Expert_Forum Deradikalisierung, Prävention & Demokratiekultur der Stadt Wien.

Univ.-Prof. DDr. Herbert Kalb ist Professor für Rechtsgeschichte/(Staats)kirchenrecht an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz. Er leitet das Institut für Kanonistik, Europäische Rechtsgeschichte und Religionsrecht und die Abteilung für Politikwissenschaft, Rechtsethik und Rechtsphilosophie am Institut für Staatsrecht und Politische Wissenschaften.  Seine Forschungsschwerpunkte sind die Rechtsgeschichte, das (Staats)kirchenrecht sowie die Rechtsphilosophie.

PD Dr. Elham Manea ist Privatdozentin an der Universität Zürich und engagiert sich für einen humanistischen Islam. Seit 2005 berät sie auch staatliche und internationale Organisationen in den Bereichen Frauenrechte, Politik und Entwicklung. Sie ist Vorstandsmitglied des Forums für einen fortschrittlichen Islam in der Schweiz, ist Mitbegründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe Moschee in Berlin, die das Weltliche und Religiöse voneinander zu trennt sucht und sich für eine zeitgemäße und geschlechtergerechte Interpretation des Koran und der Hadithe starkmacht.

Prof. Dr. Katharina Pabel ist Professorin für Öffentliches Recht, Wirtschaftsrecht und Völkerrecht sowie stv. Institutsvorständin an der WU Wien. Prof. Pabel promovierte 2001 an der Universität Bonn und habilitierte sich 2009 an der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Anschluss daran war sie an den Universitäten Bonn, Graz und der WU tätig, ehe sie 2010 eine Professur für Öffentliches Recht an der JKU Linz antrat. Dort war sie von 2011 bis 2015 Vorständin des Instituts für Verwaltungsrecht und Verwaltungslehre sowie von 2015 bis 2019 Dekanin der Rechtswissenschaftlichen Fakultät. Sie war außerdem u.a. Mitglied des Beratenden Ausschusses des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen, ist Vorsitzende des Expertenrats Integration und ad hoc-Richterin des EGMR.

Prof. Dr. Dr. h. c. Mathias Rohe, M. A. ist Direktor des Erlanger Zentrums für Islam und Recht in Europa, Rechts- und Islamwissenschaftler, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Prof. Rohe ist zudem Ordentliches Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und war unter anderem Richter im Nebenamt am Oberlandesgericht Nürnberg und Mitglied der ersten Deutschen Islamkonferenz (DIK) von 2006 bis 2009.

Prof. Dr. Susanne Schröter ist Professorin am Institut für Ethnologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, Vorstandsmitglied des „Deutschen Orient-Instituts“ und Senatsmitglied der „Deutschen Nationalstiftung“. Sie ist im wissenschaftlichen Beirat der „Bundeszentrale für politische Bildung“ und Mitglied der „Hessischen Integrationskonferenz“, des „Dialog Forum Islam Hessen“, des „Hessischen Präventionsnetzwerk gegen Salafismus“ und der „Polytechnischen Gesellschaft“. Im November 2014 gründete sie das „Frankfurter Forschungszentrum Globaler Islam“ (FFGI) und ist seitdem Direktorin der Einrichtung.

Dr. Lorenzo Vidino ist Direktor des Program on Extremism an der George Washington University und forscht zu den Gebieten Radikalisierung, Gegenradikalisierung, Islamismus und die Muslimbruderschaft im Westen. Neben seinem Rechtswissenschaftlichen Diplom erwarb er sein Doktorat an der Tufts University Fletcher School in Internationale Beziehungen und war für das Belfer Center for Science and International Affairs an der Harvard-Universität, die RAND Corporation und für das Center for Security Studies (CSS) an der ETH Zürich tätig.

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